Die Dickdarmspiegelung (Coloskopie)

Wann wird die Dickdarmspiegelung empfohlen?

Eine Dickdarmspiegelung wird ab dem 56. Lebensjahr (das heißt, ab dem Alter von 55 Jahren) als Vorsorge empfohlen, da die Untersuchung auf Blut im Stuhl das Vorhandensein von Darmpolypen und auch Darmtumoren häufig nicht früh genug angezeigt hat. Inzwischen weiß man, dass es sich bei Darmpolypen um Tumorvorstufen handelt. Diese können bei der Darmspiegelung gleich entfernt werden und somit nicht mehr zu Tumoren entarten.
Bei Unterbauchbeschwerden, Blutungen aus dem Darm und Durchfallserkrankungen kann eine Darmspiegelung auch schon früher notwendig sein.

Ist eine Vorbereitung notwendig?

Ja, der Darm muss entleert werden. Am Vortag darf noch gefrühstückt werden, danach wird auf feste Nahrung verzichtet. Am Nachmittag des Vortages und am Morgen der Untersuchung wird eine Spüllösung getrunken, die den Darm reinigt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Am Untersuchungstag darf morgens auch zusätzlich zur Spüllösung noch etwas getrunken werden. Am Vormittag beginnt die Untersuchung. Dabei wird eine „Schlafspritze“ verabreicht, damit die Untersuchung möglichst schmerzfrei erlebt wird.

Die Untersuchung wird mit einem schlauchartigen Gerät durchgeführt. Es wird der Darm vom Darmausgang bis zur Einmüdung des Dünndarmes untersucht. Hierzu wird Luft in den Darm eingebracht, um möglichst alle Stellen ausreichend beurteilen zu können. (Siehe Schema oben). Falls Darmpolypen vorliegen, werden diese mit einer Elektroschlinge entfernt.

Ist die Untersuchung mit Risiken verbunden?

Zum Glück sind schwere Komplikationen äußerst selten. Es kann, insbesondere bei Polypabtragungen, zu Blutungen kommen. Es besteht die Möglichkeit, die entstandene Wunde mittels Clip zu verschließen und die Blutung zu stillen. Eine sehr seltene Komplikation ist die Verletztung der Darmwand. Wenn diese sämtliche Schichten der Darmwand betrifft, muss dieser Defekt durch eine Operation verschlossen werden.

Was ist nach der Darmspiegelung zu beachten?

Aufgrund der „Schlafspritze“ ist man 24 Stunden nicht verkehrstüchtig und darf deshalb weder zu Fuß, noch mit dem Fahrrad oder Auto am Verkehr teilnehmen. Deshalb ist es notwendig, dass man von Freunden oder Angehörigen abgeholt wird. Zur Not kann man auch mit dem Taxi fahren, dann muss jedoch gewährleistet sein, dass eine andere Person über die Untersuchung und das weitere Verhalten zu Hause informiert ist und auch im Laufe des Nachmittags vor Ort sein kann.

Man darf zu Hause gleich wieder essen. Ein leichtes Blähungsgefühl ist normal.  Sollte es nach der Untersuchungen zu deutlichen Blutungen oder Schmerzen im Bauchraum kommen, ist umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen. Nach einer Polypabtragung ist die Meidung schwerer körperlicher Tätigkeit für 8 Tage zur Vorbeugung von Nachblutungen wichtig.